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Thomas Bernhard - Heldenplatz
 
 
Mi, 02.06.2021 18:21
 
Erste Szene

Jetzt stellt sie sich vor
daß sie in Neuhasu bleiben wird
den Lebensabend in Neuhaus verbringen
die geht gleich wieder nach Wien du wirst sehen
die ist das Landleben nicht gewöhnt
die Leute auf dem Land sind gemüts- und geisttötend
hat der Professor immer gesagt
ein Städter hat auf dem Land nichts zu suchen
die Städter gehen auf das Land
und sind in kürzester Zeit vernichtet
alles auf dem Land ist gegen den Städter
der Städter verkommt auf dem Land geht ein
und ist in der kürzesten Zeit vernichtet

Zweite Szene

Der Direktor ein unerträglicher Mensch
zu Mittag setzt er sich genau an den Tisch
mir gegenüber
ein Salzburger oder Tiroler
jedesmal verdirbt er mir schon wenn er auftaucht den Appetit
mein Gott diese Leute
aber bei uns wird ja auch a l l e s nur parteipolitisch besetzt
die Leute können gar nicht beschränkt genug sein
um auf die höchsten Posten zu kommen
überall sitzen diese Idioten
das ist es ja auch das den Vater immer
wahnsinnig gemacht hat
die Universität ist ja auch voller Idioten
darunter hat er die zwanzig Jahre gelitten
steiermärkische Trottel salzburgische Idioten
als Kollegen
das geistige Leben in dieser Stadt
ist ja schon beinahe erstickt in der Niederträchtigkeit
und in der Stumpfsinnigkeit seiner Postenschacherer
 
Taube21Onlinestatus
 
J. D. Salinger - The Catcher in the Rye
 
 
Mi, 02.06.2021 16:05
 
- 3 -
I slid way the hell down in my chair and watched old Ackley making himself at home. I was feeling sort of tired from the trip to New York and all, and I started horsing around a little bit. Sometimes I horse areound quite a lot, just to keep from getting bored. What I did was, I pulled the old peak of my hunting hat around to the front, then pulled it way down over my eyes. That way, I couldn't see a goddam thing. "I think I'm going blind," I said in this very hoarse voice. "Mother darling, everything's getting so dark in here."
"You're nuts. I swear to God," Ackley said.

- 24 -
"I have a feeling that you're riding for some kind of a terrible, terrible fall. But I don't honestly know what kind . . . Are you listening to me?"
"Yes."
You could tell he was trying to concentrate and all.
"It may be the kind where, at the age of thirty, you sit in some bar hating everybody who comes in looking as if he might have played football in college. Then again, you may pick up just enough education to hate people who say, 'It's a secret between he and I.' Or you may end up in some business office, throwing paper clips at the nearest stenographer. I just don't know. But do you know what I'm driving at, at all?"
[...]
"This fall I think you're riding for - it's a special kind of fall, a horrible kind. The man falling isn't permitted to feel or hear himself hit bottom. He just keeps falling and falling. The whole arrangement's designed for men who, at some time or other in their lives, were looking for something their own environment couln't supply them with. Or they thought their own environment couldn't supply them with. So they gave up looking. They gave it up before they ever really even got started. [...] I don't want to scare you," he said, "but I can very clearly see you dying nobly, one way or another, for some highly unworthy cause."
 
Taube21Onlinestatus
 
nicht erwähnenswert / nicht erwähnt
 
 
Di, 01.12.2020 12:11
 
Keinen Eintrag wert sind:
Stewart O'Nan - Letzte Nacht
Doris Knecht - Gruber geht

Nicht zitiert wurden:
John Strelecky - Das Café am Rande der Welt
Lilian Faschinger - Paarweise
 
Taube21Onlinestatus
 
Haruki Murakami - Naokos Lächeln
 
 
Di, 01.12.2020 12:00
 
2. Kapitel
Doch nach einer gewissen Zeit wurde mir bewußt, daß trotz meiner heftigen Anstrengungen so etwas wie ein undefinierbarer Knoten aus Luft in meinem Innern zurückgeblieben war, der mit der Zeit eine schlichte, aber deutliche Form annahm. Ich konnte diese Form sogar in Worte fassen. Der Tod verkörpert nicht das Gegenteil des Lebens, sondern ist ein Bestandteil desselben. Ausgesprochen klingt das wie eine Binsenweisheit, doch damals empfand ich diese Erkenntnis nicht in Form von Worten, sondern als eben diesen Luftknoten in meinem Inneren.

4. Kapitel
Diese Typen hatten lauthals den Streik ausgerufen und die Studenten, die dagegen gewesen waren (oder auch nur Zweifel angemeldet hatten), zum Kuschen gebracht. Als ich einige von ihnen darauf ansprach und fragte, warum sie Vorlesungen besuchten, statt den Streik fortzusetzen, konnten sie mir keine klare Antwort geben. Was hätten sie auch sagen sollen? Daß sie befürchteten, wegen Fehlens ihre Scheine nicht zu bekommen? Und diese Leute hatten brüllend gefordert, die Universität zu zerschlagen! Was für ein Witz. Diese armseligen Opportunisten! Kaum hatte sich der Wind gedreht, war aus ihrem Gebrüll Geflüster geworden.
Ach, Kizuki, dachte ich, du verpaßt wirklich nichts. Was für eine beschissene Welt. Diese Spinner studieren um eine Gesellschaft mitzuerschaffen, die genauso widerlich ist wie sie.

7. Kapitel
Hätte sie schon von klein auf einen guten Lehrer und richtigen Unterricht gehabt, hätte sie so viel weiter sein können. Das bildete ich mir damals ein, aber das war ein großer Irrtum. Im Grunde war dieses Kind für einen konventionellen, geregelten Unterricht ungeeignet. Solche Menschen gibt es. Sie haben eine große Begabung, aber es ist zu anstrengend für sie, sie systematisch zu entfalten. Sie zerstückeln ihr Talent in kleine Häppchen und vergeuden es auf diese Weise. Ich habe schon viele solcher Menschen kennnengelernt. Am Anfang hält man sie für erstaunlich begabt. Es gibt zum Beispiel Leute, die können ein höllisch schwieriges Stück sofort spielen, nachdem sie es nur einmal überflogen haben. Und sogar gut spielen. Wenn man das sieht, ist man überwältigt. Das könnte ich nie! Aber das war’s dann auch. Weiter kommen sie nicht. Und warum nicht? Weil sie die Anstrengung scheuen. Weil man ihnen keine Disziplin beigebracht hat. Sie sind verwöhnt. Ihre Begabung hat ausgereicht, um ihnen als Kindern mühelos das Lob der Erwachsenen zu sichern, drum finden sie jede Anstrengung überflüssig. Wozu andere Kinder drei Wochen brauchen, das schaffen sie in der Hälfte der Zeit, also stellt ihnen der Lehrer die nächste Aufgabe, die sie wider in der Hälfte der zeit bewältigen. Und immer so weiter. Auf diese Weise lernen sie nie, was Mühe heißt, und in ihrer Charakterbildung fehlt ein wichtiges Element. Das ist tragisch.

10. Kapitel
"[…] Ich weiß, ich bin unmöglich zu dir. Ich gebe nichts und fordere nur. Ich sage ohne Rücksicht alles, was mir gerade durch den Kopf schießt, habe dich hierherzitiert und dich durch halb Shinjuku geschleift. Aber ich habe doch sonst niemanden, mit dem ich das machen kann. Nicht einmal in den zwanzig Jahren, die ich auf der Welt bin, durfte ich nur an mich denken. Mein Vater und meine Mutter haben mich überhaupt nicht beachtet, und mein Freund ist auch nicht der Typ dazu. Er wird’ sofort wütend, wenn ich einmal meinen Willen durchsetzen will. Dann streiten wir uns. Nur mit dir kann ich reden. Jetzt bin ich völlig kaputt und möchte einschlafen, während mir jemand sagt, wie lieb und hübsch ich bin. So einfach ist das. […]"

12. Kapitel
Aus Kizukis Tod hatte ich etwas gelernt und mich damit abgefunden. Oder redete es mir zumindest ein. "Der Todexistiert nicht als das Gegenteil des Lebens, sondern ist ein Bestandteil desselben."
So lautet die unumstößliche Wahrheit des Lebens. Indem wir leben, züchten wir gleichzeitig unseren Tod heran. Doch in dieser Erkenntnis liegt nur ein Teil der Wahrheit, mit der wir uns abfinden müssen. Aus Naokos Tod lernte ich noch etwas ganz anderes. Ich lernte, daß nicht die wahrste Wahrheit den Schmerz zu lindern vermag, den wir beim Verlust eines geliebten Menschen empfinden. Weder Erkenntnis, noch Aufrichtigkeit, noch Kraft, noch Güte können diesen Kummer heilen. Wir können ihn nur durchleiden und etwas daraus lernen. Doch das, was wir daraus lernen, hilft uns nicht beim nächsten Kummer, der uns ohne Vorankündigung überfällt.
 
Taube21Onlinestatus
 
Erich Kästner - Kurz und bündig (Epigramme)
 
 
Fr, 13.11.2020 15:28
 
Eine Mutfrage
Wer wagt es,
sich den donnernden Zügen entgegenzustellen?
Die kleinen Blumen
zwischen den Eisenbahnschwellen!

Zusammenhänge
Der eine möchte nicht sehen,
was der andre nicht sieht.
Alles könnte geschehen.
Aber nur manches geschieht.

Deutsche Gedenktafel 1938
Hier starb einer, welcher an die Menschheit glaubte.
Er war dümmer, als die Polizei erlaubte.

Der Bahnhofsvierzeiler
Jeden Abend stand er an der Sperre,
ein armer, alter, gebeugter Mann.
Er hoffte, dass einmal Gott ankäme!
Es kamen immer nur Menschen an.

Der Streber
Vom frühen bis ins späte Alter,
mit Mordsgeduld und Schenkelschluss,
rankt er sich hoch am Federhalter
und klettert, weil er sonst nichts muss.
Die Ahnen kletterten im Urwald.
Er ist der Affe im Kulturwald.

Sport anno 1960
Meldungen vom Wettlauf durch die Lübecker Schweiz:
„Die Läufer trainieren täglich zehn Stunden.
Sie brauchen für 100 Meter zirka minus 14 Sekunden.
Die Spitzengruppe ist heute Morgen bereits im Jahre 1920 verschwunden!“

Nur Geduld
Das Leben, das die meisten führen,
zeigt ihnen, bis sie’s klar erkennen:
Man kann sich auch an offnen Türen
den Kopf einrennen.

Die Grenzen der Aufklärung
Ob Sonnenschein, ob Sterngefunkel:
Im Tunnel bleibt es immer dunkel.

Mut zur Trauer
Sei traurig, wenn du traurig bist,
und steh nicht stets vor deiner Seele Posten!
Den Kopf, der dir ans Herz gewachsen ist,
wird’s schon nicht kosten.

Die kopflose Stecknadel
Köpfe abschlagen ist nicht sehr klug.
Die Stecknadel, der man den Kopf abschlug,
fand, der Kopf sei völlig entbehrlich,
und war nun vorn und hinten gefährlich.

Die junge Dame vorm Sarggeschäft
Täglich seh ich sie dort stehen bleiben
und gebannt in jene Scheiben starren,
hinter denen, unser Tun und Treiben
nicht beachtend, Särge auf uns harren.

Täglich seh ich, wie ihr Auge blitzt,
wenn sie in das Fenster blickt.
Was stimmt sie heiter?
Ach, sie prüft nur, ob ihr Hütchen sitzt.
Nichts weiter.

Begegnung auf einer Parkbank
Ein bezaubernd buntes Pfauenauge
setzte sich, damit es Honig sauge,
auf Herrn Lehmanns Feiertagskrawatte,
die ein schönes Blumenmuster hatte.

Selbst Krawattenseide, schwer wie diese,
ist noch lange keine Honigwiese!
Als der Schmetterling verdutzt entschwebte,
lachte Lehmann, dass die Weste bebte.
 
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