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Mi, 05.08.2009 19:56
Sa, 08.02.2020 00:25
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Albert Camus - Die Pest
 
 
Sa, 08.02.2020 00:25
 
Freilich gingen einige von ihnen weiter allein durch die Stadt, einsam und des Menschen beraubt, auf den sie warteten. Jene konnten noch froh sein, die nicht zweimal getrennt worden waren wie manch, die vor der Epidemie ihre Liebe nicht auf Anhieb hatten aufbauen können und sich jahrelang blind um den schwierigen Einklang bemüht hatten, der am Ende feindliche Liebende aneinanderkettet.
 
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John Williams - Stoner
 
 
Di, 28.01.2020 20:35
 
XIII

Als William Stoner sehr jung war, hatte er die Liebe für einen vollkommenen Seinszustand gehalten, zu dem Zugang fand, wer Glück hatte. Als er erwachsen wurde, sagte er sich, die Liebe sei der Himmel einer falschen Religion, dem man mit belustigter Ungläubigkeit, vage vertrauter Verachtung und verlegener Sehnsucht entgegensehen sollte. Nun begann er zu begreifen, dass die Liebe weder Gnade noch Illusion war; vielmehr hielt er sie für einen Akt der Menschwerdung, einen Zustand, den wir erschaffen und dem wir uns anpassen von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick durch Willenskraft, Klugheit und Herzensgüte.
 
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Gerard Donovan - Winter in Maine
 
 
Do, 12.12.2019 10:59
 
Zweiter Teil
Nacht des 2. November
23
Es ergab einen Sinn, dass etwas, das einem fehlt, einen von der Gegenwart befreien kann und man sich plötzlich fragt, was es im Leben sonst noch zu entdecken gibt. Ich bewunderte sie dafür, aber die Gegenwart ist so beharrlich wie Unkraut: Sie kehrt Tag für Tag mit demselben Geruch und derselben Gestalt zurück, und dennoch erwartet man etwas Neues.

25
Wenn sich Einsamkeit messen ließ, dann vermutlich anhand des Glücks, das ich bei ihrem Anblick empfand, obwohl ich ohnehin glücklich war.
 
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Jo Nesbø - Schneemann
 
 
Do, 13.06.2019 01:46
 
Teil III
Kapitel 16
10. Tag. Curling

Harry fragte sich, warum Menschen, die auf Kosten anderer Menschen lebten, immer diesen dünnen, glänzenden Schweißfilm auf der Haut hatten, wie ein Firnis aus geheuchelter Scham über ihrem fehlenden Gewissen.
 
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Jakob Hein - Herr Jensen steigt aus
 
 
Do, 13.06.2019 01:40
 
001
Herr Jensen wird vorgestellt
[…] Aber warum er sich das Gehirn mit diesen Fakten verstopfen sollte, verstand er deshalb keineswegs. Wenn er sich irgendwann für den spezifischen Wärmequotienten von Wasser oder die Induktionsstärke eines Magnetfeldes interessieren würde, würde er die Information schon irgendwo finden können oder notfalls jemanden fragen. Herr Jensen war überzeugt davon, daß er etwas viel Sinnvolleres mit seinem Gehirn machen konnte, er wußte nur noch nicht genau, was.
Wenn er hingegen die Post zustellte, dann war es absolut klar, daß er nichts machte, was sein Gehirn besonders beanspruchte. Briefe austragen war mit Sicherheit das Falsche. Das beruhigte ihn, denn so konnte er besser darüber nachdenken, worin die große Sache bestand, was das Richtige für ihn war, ohne durch etwas anderes abgelenkt zu werden.

006
Herr Jensen wird nach der Zukunft gefragt
Ach wissen Sie“, sagte Herr Jensen. „Ich will eigentlich am liebten wieder Postbote werden. Etwas anderes will ich nicht machen, schon gar keine Qualifikationsmaßnahme. Da warte ich lieber, bis auf der Post wieder was frei wird.“
„Hören Sie mir zu“, sagte die Sachbearbeiterin in einem jetzt merklich gereizten Tonfall. „Sie können keine Bemühungen nachweisen und sind schon zu lange arbeitslos. Wenn Sie jetzt ablehnen, kürzen wir Ihre Bezüge. Verstehen Sie, was ich meine: Sie müssen in eine Qualifikationsmaßnahme.“
„Ach so. Ich muß in eine Qualifikationsmaßnahme“, sagte Herr Jensen verdutzt. Er hätte nie gedacht, in seiner Arbeitslosigkeit so bedrängt zu werden. Jahrelang hatte er eingezahlt und war davon ausgegangen, daß ihm seine Bezüge rechtmäßig zustanden. Arbeitslosigkeit galt als etwas so Schreckliches, daß niemand annehmen konnte, daß er freiwillig arbeitslos war. Es war wie eine schwere Erkrankung, von der viele betroffen waren und die jetzt Hilfe brauchten. Daß er für sein Geld herumgescheucht werden sollte, stimmte Herrn Jensen sehr unzufrieden.
 
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